Geburtstagsbräuche aus Deutschland und der ganzen Welt

Geburtstage zu feiern ist heute in fast jeder Kultur üblich. Anfänglich war der Geburtstag ein heidnischer Brauch. Dämonen sollten ferngehalten werden. Im Christentum wurde ursprünglich der Namenstag gefeiert. Heute ist dieser eher nebensächlich geworden. Bis ins 19. Jahrhundert waren Geburtstagsfeiern noch ein Statussymbol. Nur die Wohlhabenden des Volkes feierten ihren Geburtstag.

GeburtstagsbräucheEine Torte mit so viel Kerzen darauf wie alt man geworden ist gehört genauso dazu wie die mitgebrachten Geschenke der Gäste und schöne Geburtstagslieder. Die Kerzen müssen mit einem Atemzug ausgeblasen werden, dann darf sich das Geburtstagskind etwas wünschen – jedoch ohne es auszusprechen, sonst geht es ja nicht in Erfüllung. Auf einem Kindergeburtstag werden Unmengen an Süßigkeiten verputzt und lustige Spiele gespielt. Auch eine Mottoparty ist bei Klein und Groß beliebt.

Während es in Deutschland mit Unglück behaftet ist schon vor dem Geburtstag zu gratulieren, ist es in Teilen Österreichs üblich schon am Vorabend des Geburtstages zu feiern.

Bräuche in Deutschland

In Deutschland sind folgende Geburtstagsbräuche besonders weit verbreitet:

  • Zur Geburt wird in vielen Gebieten Deutschlands eine Pinkelparty gefeiert. Die frisch gebackenen Eltern laden dazu Familie, Freunde und Nachbarn ein.
  • Milchmädchen bzw. Milchbubi… so wird man an seinem 14. Geburtstag getauft. Untermalt wird der Spaß mit einer Taufe mit Milch oder Joghurt die/der dem Geburtstagskind über den Kopf gegossen wird.
  • Am 16. Geburtstag wird man – vor allem in Norddeutschland – gerne paniert. Das Geburtstagskind bekommt mehrere Tüten Mehl über den Kopf geschüttet.
  • Zum Volljährigen – also dem 18. Geburtstag – werden rohe Eier auf dem Kopf zerschlagen.
  • Mit 25 Jahren bekommt Man(n) einen Kranz aus Socken geschenkt, symbolisch für den Titel der „alten Socke“ die man nun ist. Frauen werden im Gegenzug mit einem Schachtelkranz beglückt (alte Schachtel).
  • Ist man als Mann an seinem 30. Geburtstag noch unverheiratet, muss man zur öffentlichen Zurschaustellung die Rathaustreppe fegen. Erlöst werden kann man durch einen Kuss einer Jungfrau. Eine ledige Frau muss im Gegenzug an ihrem 30. Geburtstag Klinken putzen.
  • Ist Mann am 40. Geburtstag noch unverheirateter wird er verkehrt herum auf einem Esel gesetzt. So reitet er dann durch den Ort – als „Alter Esel“, der bis dahin unfähig war eine Frau zu finden.
  • Am 50. Geburtstag gibt es das sogenannte Sackfest. Jetzt ist man ein alter Sack.
  • Zum 100. Geburtstag kommt oft der Bürgermeister und gratuliert dem Geburtstagskind persönlich.

Geburtstagsbräuche im Ausland

Weltweit im Ausland gibt es unterschiedliche Geburtstagsbräuche und Gepflogenheiten. Viele entstammen aus einer alten Tradition.

Die mexikanische Version des deutschen Spiels Topfschlagen ist die Piñata. Das ist ein mit Süßigkeiten gefülltes Tier – hergestellt aus Pappmachè, dass an einem Baum oder einer Wäscheleine aufgehängt wird. Dann kriegen die Kinder einen Stock mit dem sie auf das Tier schlagen bis die heiß begehrten Süßigkeiten herausfallen. Dieser Brauch ist heute auch in den USA eine beliebte Tradition geworden.

Ein Brauch in Italien ist es, eine kleine Überraschung im Geburtstagskuchen zu verstecken. Der Finder ist mit besonders viel Glück gesegnet und wird Reichtum erlangen. Geschenke bekommen in Italien und Amerika nicht nur die Geburtstagskinder, sondern auch die Gäste. Dies ist wiederum in Indien absolut verpönt.

In Dänemark wird an Geburtstagen die dänische Flagge aus dem Fenster gehängt. Nachts werden dann die Geschenke um das Bett des Geburtstagkindes verteilt; wacht es morgens auf – sieht es als erstes all seine Geschenke.

Früher war es in Japan üblich, seinen Geburtstag am 01. Januar zu feiern und nicht am eigentlichen Tag der Geburt. Heute wird dieser Brauch jedoch fast nicht mehr gepflegt.

Ähnlich wie auch in Russland ist in der Ukraine der Wodka das Getränk überhaupt. Die Flasche wird in der Runde herumgereicht, dabei muss man die Flasche drei Mal gehabt und einen Schluck getrunken haben. Weniger als dreimal wird als schlechtes Omen angesehen. Leere Flaschen auf den Tisch erachtet man als unhöflich und man sollte beim aufgetischten Buffet von allem gekostet haben.

Als muslimischer Gläubiger ist es verboten seinen Geburtstag zu feiern. Dies wird als fremde Tradition angesehen, die nicht im heiligen islamischen Gesetz steht.

Früher waren die Chinesen der Ansicht – mehr Kinder, mehr Glück. Geburtstage wurden ganz groß geschrieben. Mit dem 60. Geburtstag hatte man in China ein hohes Alter erreicht. Die Feier nannte man „Zuoshou“ – langes Leben feiern. Die Geburtstagsfeiern bis zum 60. Lebensjahr hießen “Guo Shengri” – den Geburtstag verbringen. Heute sind diese Weisheiten nicht mehr so ausgeprägt.